parallax background

Supplemente in der Schwangerschaft – Aber welche?

Mai 17, 2020
Essen für ein gutes Bauchgefühl
Mai 3, 2020
 

Auch ich saß vor einiger Zeit im Badezimmer auf dem Boden und wartete diese unendlichen langen zwei Minuten ab um endlich das Testergebnis zu sehen. Zwei Striche – SCHWANGER! Große Euphorie und Glücksgefühle überkamen mich und dann der direkt Gedanke: „Du musst jetzt gut auf dich Acht geben, du bist verantwortlich damit das kleine Würmchen gut wächst.“ Aber was braucht man denn dafür?

GESUNDE ERNÄHRUNG – DAS IST NATÜRLICH WICHTIG

Eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft ist wichtig. Das bekommt man nicht nur von dem Arzt gesagt, auch die Medien informieren uns täglich darüber. Gerade in der Schwangerschaft bekommt man viele Supplemente angeboten. Doch die Präparate sind häufig sehr teuer. Daher stellte ich mir schnell die Frage: Was brauche ich denn wirklich in der Schwangerschaft? Mit welchen Mineralien und Vitaminen bin ich denn eigentlich mit einer ausgewogenen Ernährung gut versorgt?

DAS SOLLTE DRIN SEIN…

Folsäure

Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte Folsäure supplementiert, d.h. ergänzend eingenommen, werden. Folsäure ist ein wichtiges Mineral, das bei Wachstumsprozessen und Zellteilung benötigt wird. Die Höhe der Dosierung ist dabei abhängig, ob bereits vor der Schwangerschaft supplementiert wurde oder nicht. Bei Kinderwunsch sollten 400 µg/Tag zugeführt werden, wer jedoch kurz vor oder nach der Schwangerschaft anfängt, sollte 800 µg/Tag zu sich nehmen.

Jod

Jod kann vom Körper selbst nicht hergestellt werden, ist aber ein wichtiger Bestandteil bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen. Laut WHO (World Health Organistaion) zählt Deutschland zu einem milden bis moderatem Jodmangelgebiet. Gerade in der Schwangerschaft steigt der Bedarf und sollte mit 100 – 150 µg/Tag supplementiert werden. Schwangere mit einer Schilddrüsenerkrankung sollten vor der Einnahme jedoch Rücksprache mit einem Arzt halten.

DAS BRAUCHT ES NICHT…

Häufig enthalten Schwangerschaftskombipräparate jedoch weitere Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine, die bei einer ausgewogenen Ernährung nicht notwendig sind. Die Werbung suggeriert häufig das Prinzip „Viel hilft viel“ und letztlich schlägt sich dies auf den Preis der Supplemente nieder. Man kann also auch während der Schwangerschaft hohe und unnötige Kosten einsparen, wenn man sich für ein Produkt entscheidet, das nur die Inhaltsstoffe enthält, die man auch wirklich ergänzend einnehmen sollte.

DAS KANN IM EINZELFALL BERÜCKSICHTIGT WERDEN…

Eisen

Der Bedarf an Eisen ist zwar in der Schwangerschaft erhöht, kann aber über eine ausgewogene Ernährung problemlos abgedeckt werden. Anders sieht es allerdings aus, wenn bereits während der Schwangerschaft eine Unterversorgung festgestellt wird. Der Arzt wird während der Schwangerschaft Blut abnehmen und hierbei auch den HbA1C Wert (wird für den Sauerstofftransport im Köper benötigt) ermitteln. Stellt sich heraus, dass dieser zu niedrig ist, wird er ein entsprechendes Eisenpräparat verschreiben. Eisen sollte daher nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden, da es sonst zu Komplikationen in der Schwangerschaft kommen könnte.

Docosahexaensäure (DHA)

Zu einer ausgewogenen Ernährung zählt ebenfalls der regelmäßige Fischkonsum. Wer zweimal in der Woche Fisch verzehrt, benötigt keine Supplementierung mit DHA. Gehört man jedoch zu den Fischmuffeln, sollte eine Supplementierung mit durchschnittlich 200 mg/DHA am Tag erfolgen. Gerade DHA ist wichtig für die kognitive Entwicklung des Kindes.

AUF DAS SOLLTE ICH ACHTEN…

Durch eine ausgewogene Ernährung sind wir mit allen Vitaminen und Mineralstoffen, mit Ausnahme von Jod und Folsäure, in der Schwangerschaft gut versorgt. Durch eine ausgewogene Ernährung entwickelt sich das Baby optimal und schont nebenbei auch den Geldbeutel. Laut Stiftung Warentest kann man bereits schon ab 7 Cent pro Tag bestmöglich versorgt sein. Bei der Auswahl der Schwangerschaftspräparate sollte man darauf achten, dass die Empfehlungen für Jod (100 – 150 µg/Tag) und Folsäure (800 µg/Tag) eingehalten werden. Weitere Zusätze wie Eisen, Vitamin D und Vitamin A sollten vorher unbedingt mit dem Arzt besprochen werden.

VEGETARISCH ODER VEGAN – WIE SIEHT’S DENN DA AUS?

Wer sich während der Schwangerschaft vegetarisch ernährt, kann das im Regelfall auch weiterhin unbedenklich fortsetzen. Bei einer vegetarischen Ernährung kann es ggf. zu einem Mangel an Eisen kommen. Doch auch hier wird der Arzt bei einer Notwendigkeit ein Eisenpräparat verschreiben. Weitere kritische Nährstoffe könnten DHA, Vitamin B12 und eventuell Zink sein. Bei einer veganen Ernährungsform können die Nährstoffe Vitamin B12, DHA, Zink, Protein, Eisen und Calcium kritisch betrachtet werden. Eine vegane Ernährungsform während der Schwangerschaft ist zwar möglich, sollte jedoch mit einer zertifizierten Ernährungsfachkraft besprochen werden.

https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mehr-drin-als-noetig-nahrungsergaenzungsmittel-fuer-schwangere-11633
https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/
https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/

Stiftung Warentest (2019): Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere. Gut Versorgt ab 7 Cent. Test 6/2019 S. 90-94

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.