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HAPPY BONES 1 Ursachen
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HAPPY BONES 3 Lebensstilfaktoren
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Wie gesund sind Deine Knochen?

In der Happy Bones Beitragsreihe kannst Du dich über drei Schwerpunkte informieren. Im Teil 1 geht es um Ursachen einer Osteoporose und im Teil 2 um Risikofaktoren. Präventive Maßnahmen werden im Teil 3 Lebensstilfaktoren vorgestellt.

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Teil 2: Welche Risikofaktoren gibt es?

Ein aktives Leben und bewegliche Knochen bis ins hohe Alter wünschen wir uns alle. Die Basis für gesunde Knochen wurde schon im Kindesalter gelegt. Aber, welchen Einfluß kann jeder Einzelne nehmen und welche Gefährdungspotenziale gilt es zu berücksichtigen. Die Wahrscheinlichkeit an einer Osteoporose zu erkranken ist durch folgende Faktoren erhöht:

1. Risiko Lebensstil

■ Rauchen, da Nikotin die Knochenaufbaufähigkeit und die Durchblutung der Knochen mindert. Bei Frauen verstärkt Rauchen den Östrogenabbau. Das Risiko an Osteoporose zu erkranken ist doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern.

■ Alkohol, mehr als 30 mg/Tag. Diese Menge ist in einem Viertelliter Wein oder einem halben Liter Bier enthalten. Alkohol reduziert die Knochenmasse und die knochenaufbauenden Zellen.

■ Mangelnde Bewegung reduziert den Knochenumbau. Muskuläre Arbeit belastet den Knochen und stimuliert dadurch den Knochenaufbau.

2. Risiko familiäre Vorbelastung

Hellhörigkeit ist angesagt, wenn ein Elternteil eine osteoporosebedingte Fraktur hatte. Eine genetische Disposition beeinflusst den Schweregrad und den Zeitpunkt der Erkrankung. Leidet die Mutter oder der Vater an Osteoporose liegt die Wahrscheinlichkeit bei 70% selbst daran zu erkranken.

3. Risiko Ernährung

■ Erhöhte Homocysteinwerte bedingt durch einen Vitamin B12 und Folatmangel erhöhen die Wahrscheinlichkeit von osteoporotischen Knochenbrüchen.

■ Calciumaufnahme unter 500 mg/Tag: Ein Mangel an Calcium und Vitamin D kann bei Erwachsenen zu Osteoporose und bei Kindern zu Rachitis führen. Der Körper versucht den Calciumspiegel im Blut immer auf gleichem Niveau zu halten. Beim Absinken des Blutcalciumspiegels wird in den Nebenschilddrüsen verstärkt Parathormon gebildet. Dieses sorgt dafür, dass Calcium aus den Knochen freigesetzt wird.

■ Vitamin-D-Mangel: Serumkonzentration unter 20 ng/ml. Vitamin D spielt eine aktive Rolle im Knochenstoffwechsel, im Immunsystem und bei der Muskelfunktion. In einer Mangelsituation werden weniger Calcium und Phosphat resorbiert und fehlen für die Knochenmineralisation. Der Aufbau von starken Knochen und Zähnen funtioniert nur mit Vitamin D.

■ Zu hoher Koffeinkonsum mit mehr als 4 Tassen Kaffee mit je 200 ml pro Tag können zu einer erhöhten Calciumausscheidung über die Nieren führen. Gilt aber bei ausreichender Calciumaufnahme als vernachlässigbar. Die Studienlage ist nicht eindeutig.

■ Unterversorgung mit Proteinen, da diese wichtig für Muskelaufbau und Bildung der Knochenmatrix sind.

■ Risiko Untergewicht, bei einem BMI <20 kg/m2 verringert sich die Knochendichte und erhöht sich das Frakturrisiko. Bei dauerhaftem Untergewicht kann der Östrogenspiegel sinken und der Körper befindet sich in einer Stoffwechsellage des Knochenabbaus,

■ Latente Übersäuerung durch die Aufnahme von zu viel tierischem Eiweiß hängt zusammen mit einer sinkenden Knochendichte und steigendem Frakturrisiko. Die Osteoklasten („Knochenklauer“) werden aktiviert und die Calciumausscheidung über die Nieren wird gefördert.

■ Die vegane Ernährung steht laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) im Verdacht zu einer geringeren Knochengesundheit zu führen. Mögliche Ursache ist eine mangelnde Versorgung mit Calcium und Proteinen.

4. Risiko Frau

Ist Osteoporose weiblich?

Frauen erkranken eher an einer primären Osteoporose, (80 bis 90%). Die Wahrscheinlichkeit der Frauen eine Osteoporose bedingte Fraktur zu erleiden, ist höher als das vereinte Risiko an Brustkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt zu erkranken. 80% aller an Osteoporose erkrankten sind Frauen nach der Menopause.

5. Risiko Mann

Männer leiden etwa zu 60% eher an einer sekundären Osteoporose und zu 40% an einer primären. Das bedeutet, eine Erkrankung oder medikamentöse Therapie ist dafür verantwortlich. Hauptursache ist Hypoganadismus, das ist ein Testosteronmangel und tritt häufig schon in jüngeren Jahren auf. Auch exzessiver Alkoholkonsum kann eine Osteoporose begünstigen.

6. Risiko Alter

Ab 70 Jahren sind 45% der Frauen und 17% der Männer von Osteoporose betroffen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Fähigkeit der Vitamin D-Eigensynthese unter Einfluss von Sonnenlicht in der Haut. Dies kann eine Differenz von bis zu 80% zwischen z. B. einer älteren und jungen Frau betragen. Auch Calcium wird mit zunehmendem Alter schlechter resorbiert. Denn die sinkende Magensäureproduktion sowie die Resorptionsfähigkeit von Calcium im Darm nehmen ab. Somit wird weniger Calcium aufgenommen und der Knochen kann nicht mehr ausreichend mit Calcium versorgt werden.

Bewegungsmangel führt zu Knochenabbau. Gesunde Knochen benötigen eine Zug- und Druckstimulation durch die Muskulatur, damit genügend Osteoblasten für den Knochenaufbau produziert werden können. Durch die zunehmende Immobilität von Senioren und schwindende Muskelkraft kann die Gefahr für Stürze und mangelnde Bewegungskoordination steigen. Aufgrund von zu geringer Knochendichte steigt das Frakturrisiko, besonders am Oberschenkelknochen, Wirbelkörper, Ober- und Unterarmknochen. Auch Ermüdungsbrüche durch Bücken oder Hochheben von Gegenständen können zu Frakturen im Handgelenk oder Wirbel führen.

Ist Osteoporose tödlich?

Osteoporose schleicht sich auf leisen Sohlen an. Wenn wir sie nicht rechtzeitig bemerken, kann sie zu tiefgreifenden Veränderungen im Lebensstil führen. Tritt ein Knochenbruch bei älteren Personen auf, heilt dieser schlechter als bei jungen aktiven Menschen. Ein Oberschenkelhalsbruch führt bei älteren Menschen in 30% der Fälle innerhalb eines Jahres zum Tod. Viele bleiben nach einer Fraktur pflegebedürftig. Deswegen spielen die Lebensstilfaktoren als präventive Maßnahme eine tragende Rolle, um Stürze und Brüche zu verhindern.

Mit welchen Lebensstilfaktoren du auf deine Knochendichte Einfluß nehmen kannst, ist im Teil 3 der Happy Bones Beitragsreihe zu lesen.

Im Einklang mit Deiner Ernährung

Christine Güngerich-Hauk

23.8.21

Quelle:

https://fet-ev.eu/produkt/osteoporose-krankheitsbild/

https://www.osteoporose-deutschland.de/osteoporose/ursachen-und-risikofaktoren/

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (Hrsg.): DGE Beratungsstandards: Kapitel 4.4.2 Osteoporose, 1.Auflage 2020

Deutsche ApothekerZeitung: Osteoporose: Schädigt Homocystein den Knochen?

https://www.osteoporose-deutschland.de/osteoporose/daten-und-fakten/

Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V. (osteoporose-deutschland.de)

https://www.osd-ev.org/osteoporose-therapie/osteoporose-ernaehrung/calcium-raeuber

https://www.test.de/Phosphate-in-Lebensmitteln-Zu-viel-ist-schlecht-fuer-die-Nieren-5496764-0/#:~:text=Phosphate%20sind%20Salze%20von%20Phosphor,aber%20auch%20N%C3%BCsse%20und%20Obst

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/calciumprodukte-fuer-den-knochenschutz-8048

https://www.ugb.de/calciummangel/calciumbedarf-calciummangel-calciumpraeparate/

Vormann, Jürgen, Prof. Dr.: Wunderwaffe-Basenfood. Wie die latente Übersäuerung uns ab 40 krank macht und vorzeitig altern lässt. 1 Aufl. Becker Joes Volk Verlag GmbH & Co.KG, 2021.

Smollich, Martin (Hrsg.): Ernährungspraxis Frauen und Männer. Beratungswissen kompakt. 1. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2020.

Bildquelle:

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